Ganzheitliche Medizin - Körper, Geist und Seele in Einklang bringen.

                 Wahlarztpraxis                                       Drmed. univ. Bettina Malik-Augustin MSc

Ärztin für Allgemeinmedizin - Akupunktur - Traditionelle Chinesische Medizin   

Sommerzeit

In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Sommer dem Element Feuer (Herz) zugeordnet. Das Herz im westlichen Sinn ist ist das Organ, das uns am Leben erhält. Es ist etwas so groß wie unsere geballte Faust und pumpt unentwegt Blut durch unseren Körper. Es pumpt das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge in den ganzen Körper, und das sauerstoffarme Blut zurück in die Lunge, wo das Kohlendioxid gegen frischen Sauerstoff ausgetauscht wird.

Der Sommer ist die beste Zeit, die beiden Feuer-Organe Herz und Dünndarm zu stärken - nährende, kühlende und bittere Nahrungsmittel sollten den Speiseplan dominieren.

Dem Feuer-Element wird die rote Farbe zugeordnet. Nur im Sommer gibt es so viele rote, hellrote bis dunkelrote Früchte, vor allem Beerenfrüchte sowie essbare Blüten in allen Farben. Das Yang hat seinen Höchstpunkt erreicht - die Tage sind so heiß, hell und laut wie sonst nie. Wir verbringen so viel Zeit im Außen wie nur möglich und kommen mit deutlich weniger Schlaf aus als zu jeder anderen Jahreszeit. Unser Körper verlangt zumeist nach Abkühlung. Diese können wir ihm in Form von erfrischenden Tees wie Pfefferminze oder Melisse zukommen lassen. Aber auch Beerenfrüchte, Joghurt, Blattsalate, beliebte Gemüsesorten wie Tomate, Gurke und Paprika wirken thermisch kühlend auf unseren Körper. Es können gar nicht genug Farben auf unserem Teller sein, garniert mit bunten Blüten, die auch der Seele guttun!

Viele Blattsalate, wie etwa Chicorée, Radicchio oder Endiviensalat, zeichnen sich auch durch ihre bittere Geschmacksqualität aus. Der bittere Geschmack wird dem Feuer-Element zugeordnet. Er hat eine trocknende, absenkende und beruhigende Wirkung.

Hitze hat viele Gesichter! Emotionale Ungleichgewichtszustände wie Nervosität, innere Unruhe, Stress oder ein gestörtes Schlafverhalten können auch dem Herzen und somit dem Feuer-Element zugeordnet werden. In diesem Fall ist von scharfen Gewürzen wie Chili, Pfeffer, Ingwer (vor allem in getrockneter Form) oder Currymischungen abzuraten. Reis führt jedoch zur gewünschten körperlichen und emotionalen Abkühlung. Er wird den Yin-Nahrungsmitteln zugeordnet, wirkt kühlend, beruhigend, ausleitend und reduziert die Schweißbildung. 

Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Wir sollten auch in der heißesten Zeit des Jahres nicht in die Falle tappen und uns ausschließlich von kalten bzw. kühlen Speisen und Getränken ernähren. Unsere Mitte könnte darunter zu stark leiden. Gekochte Speisen, Gewürze und lauwarme Getränke sollten wir auch im Sommer nicht verschmähen, um unsere Mitte nicht zu sehr abzukühlen.

Es heißt also wie so oft: Aufs Gleichgewicht kommt es an.